Die Wüste Namib

Wörtlich übersetzt heißt Namib „Ort, wo nichts ist“. Die Wüste erstreckt sich über Namibias Westküste, rund 2.000 km von Norden nach Süden und bis zu 160 km ins Landesinnere hinein. Sie ist 95.034 km² groß. Im nördlichen Teil befindet sich die sogenannte Skelettküste, an der zahlreiche Schiffsgerippe aus dem Sand ragen.

Im mittleren Abschnitt beherbergt sie zwei der wichtigsten Städte des Landes, Swakopmund und Walfischbucht. Im Süden erstreckt sich auf etwa 500 km Länge das Diamantensperrgebiet um Lüderitz, wo noch heute Edelsteine gewonnen werden. Die Diamantengewinnung macht gut ein Drittel des namibischen Exportes aus.

Bekannt ist die Namib für ihre Sanddünen, die je nach Sonne und Feuchtigkeit ihre Farben ändern. Düne 7 ist mit über 350 m die höchste Sanddüne der Welt. Außerdem ist die Namib mit einem Alter von ca. 80 Millionen Jahren die älteste Wüste des Planeten.

 

Klima

Mit  Tagestemperaturen deutlich über 50°C, Nachttemperaturen von unter 0°C, jahrzehntelang andauernden Trockenperioden sowie häufigen Sandstürmen ist die Namib einer der unwirtlichsten Orte der Welt. Pflanzen und Tiere sind extremen Lebensbedingungen ausgesetzt. Die extreme Trockenheit der Namib ist auf küstennahe, kalte Meeresströmungen zurückzuführen: an der Küste des Atlantiks fließt der aus der Antarktis kommende Benguela-Strom und führt der Region vergleichsweise kaltes Antarktiswasser zu.

Dies führt zur Kondensation der in der Luft enthaltenen Feuchtigkeit. Durch das kalte Wasser ist die Luftschichtung immer sehr stabil, es gibt daher so gut wie keine Regenfälle. Dafür gibt es an ungefähr 200 Tagen im Jahr Nebel in der Küstenregion. Dieser Nebel schlägt sich in den kalten Frühmorgenstunden nieder und ist für viele der hier lebenden Tiere und Pflanzen die einzige Feuchtigkeitsquelle.

 

Flora und Fauna

Eine der bekanntesten Pflanzen der Namib ist die Welwitschie, benannt nach dem österreichischen Biologen Friedrich Welwitsch. Sie kann über 2.000 Jahre alt werden, produziert in dieser Zeitspanne jedoch nur zwei Blätter, die bis zu 8 m lang werden können. Diese brechen an den Enden immer wieder ab und bilden so regelrechte Büsche.

Der Naras-Strauch ist in feuchteren Teilen der Namib zu finden und seine Naras-Melonen dienen vielen Tieren als Nahrungsgrundlage, z.B. afrikanischen Elefanten, Stachelschweinen und Zwergrennmäusen. Exotischere Tiere, wie der Namib-Sandgecko, der Zwergpuffotter, der Wüstenmull, der Südafrikanische Seebär oder der Schabrackenschakal bereichern die Fauna der Namib. Auch Pinguine sind aufgrund des kalten Benguela-Stroms auf der Kap-Halbinsel und der Pinguininsel anzutreffen.